Selbsthilfegruppen zeigen Gesicht beim 13. Braunschweiger Selbsthilfetag

"Komm zu uns, wir haben Zeit für dich" - Lothar Goyer, Sprecher des Selbsthilfegruppenrates, eröffnet mit diesen Worten den 13. Braunschweiger Selbsthilfetag

30 ausstellende Selbsthilfegruppen zeigten am 13. Braunschweiger Selbsthilfetag auf dem Kohlmarkt eine breite Palette an Themen. "Das große Spektrum ist typisch für uns und die Selbsthilfe, denn die Themen sind ein Spiegel unserer Gesellschaft. Neben psychischen Erkrankungen haben soziale Themen ebenso ihren hohen Stellenwert in der Selbsthilfe wie auch gesundheitliche Themen oder alles rund um Menschen mit einer Migrationsgeschichte", sagte Ines Kampen, Leiterin der Kontaktstelle für Selbsthilfe, Kibis, bei der Eröffnung der Veranstaltung.

Nach dem Motto "Wir bewegen - was uns verbindet" unterstützt die Kibis Selbsthilfegruppen in Braunschweig und trägt den Selbsthilfegedanken in die Öffentlichkeit. Aktuell gibt es 124 Selbsthilfegruppen in Braunschweig, und die Zahl ist steigend.

Braunschweig hat sich seit 26 Jahren zu einem regionalen Oberzentrum der Selbsthilfe in der Region entwickelt, so Ines Kampen. Viele Menschen von außerhalb haben ihren Arbeitsplatz in Braunschweig, die Verkehrsverbindungen aus den Randgebieten seien besser als die in anderen Städten der Region. "Und mancher schätzt auch die Anonymität, die in einer Stadt wie Braunschweig größer ist als in den kleineren Städten des Umlands." Der Selbsthilfetag, er findet alle zwei Jahre statt, "bietet darum auch eine hervorragende Möglichkeit für Unentschlossene, um Erstkontakte zu den Gruppen aufzubauen".

Lothar Goyer, Sprecher des Selbsthilfegruppenrates und zugleich Mitglied von Alcomed, einer Selbsthilfegruppe für Alkohol- und Medikamentenabhängige, betonte in seinem Grußwort die große Bedeutung der Selbsthilfe: "Selbsthilfegruppen sind wichtig auf dem Weg zur Genesung. Egal in welchem Bereich". Und aus eigener Erfahrung berichtete er: "In der Selbsthilfegruppe habe ich mein Selbstwertgefühl wiedergefunden." Selbsthilfegruppen helfen und zeigen: Das Gefühl, nicht allein zu sein mit seinen Belangen und Problemen, und der Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten bringt oftmals auch die Sicherheit im Alltag zurück.

Bedingt durch die gesellschaftlichen Wandel möchte die Kontaktstelle verstärkt auf jüngere Menschen zugehen, um sie für die Selbsthilfe zu begeistern. Dabei beschreitet die KIBiS auch die neuen Pfade und nutzt auch die sozialen Medien über das Internet. "Seit dem Frühjahr haben wir eine eigene Facebook-Seite, die bereits jetzt schon gut angenommen wird“, berichtet Frau Kampen.

Bürgermeisterin Annegret Ihbe überbrachte die Grüße der Stadt und betonte: "Selbsthilfe ist ein wichtiges, niedrigschwelliges Angebot. Gerade in der heutigen Arbeitswelt und schnelllebigen Gesellschaft verändert sich vieles so schnell, dass einige Menschen diesem Tempo nicht folgen, mit den Entwicklungen nicht Schritt halten können und Probleme bekommen. Für viele wird diese Welt immer unverständlicher. Selbsthilfegruppen sind für Betroffenen hilfreich und zeigen: Du bist mit dem Problem nicht alleine."

Mit der niedersächsischen Ehrenamtsurkunde zeichnete Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke im Namen des Landes Ehrenamtliche aus Selbsthilfegruppen für ihr Engagement aus. "Es ist gut zu wissen, dass es Sie gibt. Ich bin froh, in so einer bunten Stadt zu leben, mit vielen engagierten Menschen, die füreinander da sind und sich gegenseitig unterstützen." Ausgezeichnet wurden:

  • Daniela und Carsten Gebhardt, Stoma-Selbsthilfe Braunschweig "Die Kängurufreunde"
  • Wilma Isola, Selbsthilfegruppe für Gefäßerkrankungen
  • Thomas Meyer, Deutscher Guttempler Orden - Selbsthilfegruppe "Stand Up"
  • Hella Sievers, Eltern und Angehörige von drogenabhängigen und -gefährdeten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
  • Astrid Stute, Weggefährten - Elternhilfe zur Unterstützung tumorkranker Kinder Braunschweig e.V.

Umrahmt wurde der Tag von einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm. Den Auftakt bildete die Gruppe Yani Sé, die mit westafrikanisch geprägter Jazzmusik die Besucher hinriss. Es folgte der große Senioren-Rockchor unter der Leitung vom Peter Stoppok, der die Hörer mit gesungenen Rockklassikern begeisterte. Ganz anders ging es weiter mit der Bauchtanzgruppe "Die Mondscheintänzerinnen", die mit ihrer Bauchtanzvorführung eine weibliche Seite des Orients ausdrucksstark präsentierten. Am Nachmittag ging es weiter mit der Taiji-Gruppe der Selbsthilfegruppe Junge Parkinsonkranke Braunschweig, die zeigen wollten, wie sie mit dieser fernöstlichen Gymnastik der Parkinson-Erkrankung entgegenarbeiten. Zurück zur Rock- und Popmusik ging es mit der Band Two Generations, die das Publikum mit Klassikern der letzten Jahrzehnte unterhielt. Den munteren Abschluss bildete die Trommelband des Industrie-Service der Lebenshilfe unter der Leitung vom Katja Herzog.

Ines Kampen freute sich über den guten Verlauf des Selbsthilfetag: "Der Tag ist super gelaufen. Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen. Es gab viel Resonanz an den Ständen der Selbsthilfegruppen, und auch unser Bühnenprogramm ist gut angekommen. Unser Dank gilt allen Helfern und Unterstützern des Tages."

  • Begrüßung durch Ines Kampen (KIBiS) und Lothar Goyer (Selbsthilfegruppenrat und Alcomed)

  • Westafrikanische Jazzmusik mit Yani Sé

  • Gute Unterhaltung für das Publikum.

  • Bei der Selbsthilfegruppe Junge Parkinsonkranke Braunschweig.

  • Bei der Schminkaktion für Kinder werden Löwen geboren.

  • Bei der Regionalgruppe Braunschweig des Landesverbandes Niere Niedersachsen LNNi.

  • Fatma Bayraktar berät am Stand der KIBiS.

  • Besucher an den Ständen.

  • Beim Deutschen Schwerhörigenbund DSB.

  • Rockklassiker mit dem Senrioren-Rockchor und Peter Stoppok.

  • Das Publikum geht mit.

  • Orientalisches Flair mit Bauchtanz von den "Mondtänzerinnen".

  • Blick ins Publikum vor der Bühne.

  • Bürgermeisterin Annegret Ihbe (auf dem Bild links) überbringt die Grußworte der Stadt Braunschweig, mit KIBiS-Leiterin Ines Kampen (Mitte) und Gebärdendolmetscherin (rechts).

  • Eindrücke von der Auszeichnung von ehrenamtlich Engagierten aus Selbsthilfegruppen: Frau Ihbe reicht Frau Isola (Selbsthilfegruppe Gefäßerkrankungen) ihr Präsent.

  • Eindrücke von der Auszeichnung von ehrenamtlich Engagierten aus Selbsthilfegruppen: Laudatorin der Preisträger Dr. Andrea Hanke, Sozialdezernentin der Stadt Braunschweig, (im Bild links) spricht. Die Auszeichnung geht an Thomas Meyer, Deutscher Guttempler Orden - Selbsthilfegruppe "Stand Up".

  • Eindrücke von der Auszeichnung von ehrenamtlich Engagierten aus Selbstilfegruppen: Preisverleihung für Hella Sievers, Eltern und Angehörige von drogenabhängigen und -gefährdeten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Bildmitte)

  • Eindrücke von der Auszeichnung von ehrenamtlich Engagierten aus Selbsthilfegruppen: Preisverleihung an Astrid Stute, Weggefährten - Elternhilfe zur Unterstützung tumorkranker Kinder Braunschweig e.V.

  • Gruppenfoto mit allen Preisträgern (von links nach rechts): Annegret Ihbe, Bürgermeisterin der Stadt BS; Hella Sievers, Eltern von Drogenabhänigen und -gefährdeten; Wilma Isola, SHG für Gefäßerkrankungen; Ines Kampen, Leiterin der KIBiS; Astrid Stute, Weggefährten; Carsten und Daniela Gebhardt, Stoma-Selbsthilfe BS; Thomas Meyer, Guttempler; Dr. Andrea Hanke, Sozialdezernentin Stadt BS.

  • Vorführung der Taiji-Gruppe der Jungen Parkinsonkranken Braunschweig PaJuBS.

  • Bei der Taiji-Gruppe der Jungen Parkinsonkranken Braunschweig muss auch Ines Kampen (KIBiS-Leiterin) ran.

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