Neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit einer Koronaren Herzerkrankung

In Braunschweig soll eine neue Selbsthilfegruppe gegründet werden für Personen, bei denen eine koronare Herzkrankheit (KHK) besteht oder die einen Herzinfarkt hatten. In der Gruppe soll es vor allem um den Umgang mit Depressionen und Angstzuständen bzw. Panikattacken gehen, die oft auf Herzerkrankungen oder -infarkte folgen.
Stefan Rohde ist selbst Infarktpatient und kennt die Problematik aus eigenem Erleben. "Nach dem Herzinfarkt hatte ich immer wieder Angst- und Panikzustände, dass ein zweiter Infarkt auftreten könnte. Das passierte besonders dann, wenn ich wieder Beschwerden in der Brust spürte." Es folgten mehrere Krankenhausaufenthalte, wo jedoch nichts festgestellt wurde.
Ein so lebensbedrohliches Ereignis wie ein Herzinfarkt hinterlässt tiefe Einschnitte im Leben eines Infarktpatienten, die oftmals mit einer grundlegenden und mühevollen Umstellung des bisherigen Lebensstils verbunden sind. Daneben ist die Depression die häufigste Störung, die bei einer KHK oder nach einem Herzinfarkt, auftreten kann. Langzeitstudien zufolge entwickelt sich bei fast der Hälfte aller Patienten mit einer KHK eine Depression. Die meisten von ihnen werden nicht psychotherapeutisch betreut, da solche seelischen Zustandsbilder wie Angst und Depressionen weder von kardiologischer noch von internistischer Seite in ihrer Bedeutung für den Betroffenen erfasst werden.
So kann es bei Herzinfarkt und Depression zu einer gefährlichen Wechselwirkung kommen. Denn depressive Menschen neigen dazu, Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung usw. eben wegen ihrer Depression zu ignorieren. Depression und Angst nach kardialen Ereignissen können unter Umständen eine soziale Isolation bedingen, wenn Lebenspartner oder soziales Netzwerk fehlen.
Untersuchungen haben ergeben, dass depressive Herzinfarktpatienten ein deutlich höheres Risiko wie nicht depressive Herzinfarktpatienten haben, in den folgenden Jahren einen zweiten Herzinfarkt zu erleiden oder daran zu sterben.
Deshalb sind gerade solche Menschen dazu eingeladen, im Rahmen dieser neuen Selbsthilfegruppe Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen, sich auszutauschen und zum Beispiel gemeinsame Aktivitäten zu überlegen. Interessierte KHK-Betroffene können sich direkt bei Stefan Rohde melden, Tel. 0531-64290, oder in der KIBiS.